Oberbaumbrücke: die Backsteinbrücke zwischen Kreuzberg und Friedrichshain
Für viele Berliner ist die Oberbaumbrücke die schönste Brücke der Stadt: ein roter Backsteinbau mit zwei neugotischen Türmen, der die Spree zwischen Kreuzberg und Friedrichshain überspannt und auf seiner oberen Ebene die U-Bahn-Linie U1 trägt. Sie wurde 1894 bis 1896 nach Plänen von Otto Stahn an der Stelle einer Holzbrücke errichtet und verdankt ihren Namen dem „Oberbaum“, dem Baumstamm, der den Fluss nachts sperrte. Die beiden Türme unterscheiden sich: Der eine ist achteckig und trägt den Berliner Bären, der andere ist rund und trägt den Brandenburger Adler. Die Brücke hat die Geschichte der Stadt miterlebt: Kurz vor Kriegsende sprengten deutsche Truppen ihren mittleren Bogen, und von 1961 bis 1989 diente sie nur als kontrollierter Übergang für Fußgänger zwischen Ost- und West-Berlin. In den 1990er-Jahren wurde sie wiederhergestellt, mit einem stählernen Mittelteil nach dem Entwurf von Santiago Calatrava. Heute ist sie ein Ort zum Flanieren, eine Filmkulisse und einer der besten Aussichtspunkte auf die Spree bei Sonnenuntergang.
Highlights

Die beiden Backsteintürme
Vom Kreuzberger Ufer aus gesehen wirkt die Oberbaumbrücke wie ein mittelalterliches Stadttor. Achten Sie auf den Kontrast zwischen dem achteckigen und dem runden Turm und dann auf Calatravas Stahlteil in der Mitte.

Die U-Bahn über der Spree
Über der Fahrbahn rollen die gelben Züge der U1 auf einem Bogenviadukt und halten am Schlesischen Tor und an der Warschauer Straße. Es ist eines der bekanntesten Bilder Berlins.

Molecule Man
Flussaufwärts, etwa 1,5 Kilometer entfernt, steht Jonathan Borofskys 30 Meter hohe Aluminiumskulptur in der Spree vor den Treptowers. Man erreicht sie zu Fuß am Friedrichshainer Ufer oder sieht sie bei einer Bootstour vom Wasser aus.
Der Sonnenuntergang
Von der Brückenmitte aus färbt sich der Himmel hinter den Kreuzberger Dächern rot, und die Spree spiegelt die Türme: Das ist der Lieblingsmoment von Fotografen und Pärchen aus dem Kiez.
Praktische Infos
Tipps
Die Brücke ist zu jeder Tageszeit zugänglich und zu Fuß in etwa fünf Minuten überquert. Sie wird von Fußgängern, Radfahrern und dem Straßenverkehr genutzt: Bleiben Sie auf dem Gehweg und achten Sie auf Fahrräder. Am Friedrichshainer Ufer säumt die East Side Gallery mit ihren Wandbildern ein langes Stück der Mauer. Für einen Spaziergang durch beide Bezirke lesen Sie unsere Guides zu Kreuzberg und Friedrichshain. Vom Wasser aus gesehen ist die Brücke ein Höhepunkt jeder Bootstour auf der Spree.
Anfahrt
Zwischen Oberbaumstraße (Kreuzberg) und Stralauer Allee / Mühlenstraße (Friedrichshain), 10997 Berlin. U-Bahn U1, Haltestelle Schlesisches Tor (Kreuzberger Seite) oder Warschauer Straße (Friedrichshainer Seite, mit Anschluss an die S-Bahn). Von der Warschauer Straße zur East Side Gallery sind es etwa zehn Gehminuten. Tickets erklärt unser Guide zu den Verkehrsmitteln in Berlin.
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