Taschendiebe: Alexanderplatz, U-Bahn und S-Bahn
Taschendiebstähle häufen sich dort, wo dichtes Gedränge herrscht. Die Berliner Polizei nennt unter den am stärksten belasteten Orten den Alexanderplatz, das Kottbusser Tor, die Warschauer Brücke an der Warschauer Straße, den Görlitzer Park, den Hermannplatz und die Hermannstraße. Im Nahverkehr gehört der Bahnhof Alexanderplatz, wo sich die Linien U2, U5 und U8 und die S-Bahn kreuzen, zu den am stärksten betroffenen; das gilt auch für volle Züge der U2, der U8 und der S-Bahn im Berufsverkehr. Die Diebe arbeiten oft in Gruppen.
- Tragen Sie Handy und Geldbörse in einer verschlossenen Innentasche oder einer Vordertasche.
- Halten Sie die Tasche in Zügen und auf Bahnsteigen geschlossen und vor dem Körper.
- Schlafen Sie in der Bahn nicht ein: Handys auf dem Schoß verschwinden schnell.
- Achten Sie auf Ablenkungsmanöver: Rempeln an der Wagentür, ein aufgefalteter Stadtplan, eine Hand auf der Schulter.
Abends wird rund um das Kottbusser Tor und den Görlitzer Park, im Herzen von Kreuzberg, auch auf der Straße mit Drogen gehandelt: Lehnen Sie jedes Angebot ab und gehen Sie weiter. Ebenso aufmerksam sollten Sie rund um die Warschauer Straße sein, das Tor zu den Bars und Clubs von Friedrichshain.
Nahverkehr: Kontrolleure in Zivil und 60 € Strafe

Die Berliner U-Bahn hat keine Sperren: Man steigt frei ein, doch Kontrollen sind häufig und werden oft von Personal in Zivil durchgeführt. Ohne gültigen Fahrschein zahlen Sie das erhöhte Beförderungsentgelt, pauschal 60 €, zahlbar innerhalb von 14 Tagen. Die häufigste Falle ist nicht der fehlende, sondern der ungültige Fahrschein.
- Ein am Automaten gekaufter Papierfahrschein muss vor dem Einsteigen an den kleinen Entwertern auf dem Bahnsteig oder im Bus entwertet werden; ein nicht entwerteter Fahrschein ist bei der Kontrolle wertlos.
- Ein Ticket aus der BVG-App ist erst 60 Sekunden nach dem Kauf gültig: Kaufen Sie es auf dem Bahnsteig, nicht beim Einsteigen.
- Prüfen Sie den Tarifbereich: Der Flughafen BER liegt im Bereich C, ein AB-Fahrschein reicht für die Fahrt dorthin nicht aus.
Echte Kontrolleure zeigen unaufgefordert ihren Kontrollausweis und erfassen Ihre Daten mit einem elektronischen Gerät. Sie verlangen nie Bargeld: Vor Ort kann die Strafe nur mit Karte bezahlt werden. Wer Bargeld fordert, ist ein falscher Kontrolleur; lehnen Sie ab und melden Sie ihn der Polizei. Fahrscheine, Tarifbereiche und Preise erklärt unser Ratgeber zu den Verkehrsmitteln in Berlin.
Auf der Straße: Hütchenspiel, falsche Unterschriftenlisten und falsche Polizisten
Das Hütchenspiel. Vor allem in der warmen Jahreszeit stellen Gruppen drei Becher und eine kleine Kugel auf einem Karton am Alexanderplatz und in der Nähe des Berliner Doms auf. Die „Gewinner“, die Sie Scheine einstecken sehen, sind Komplizen, und das Spiel ist manipuliert: Sie können nicht gewinnen. Während die Menge zuschaut, nehmen sich andere Mitglieder der Gruppe die Taschen der Zuschauer vor. Spielen Sie nicht mit und bleiben Sie nicht in der Menge stehen.
Falsche Unterschriftenlisten. Personen, die sich manchmal als taubstumm ausgeben, halten Ihnen ein Klemmbrett hin und bitten um eine Unterschrift für eine Behindertenorganisation, danach um eine Spende. Nach Angaben der Berliner Polizei gibt es die Organisation nicht, und das Klemmbrett dient oft dazu, den Diebstahl eines Handys oder einer Geldbörse zu verdecken, die auf einem Tisch liegt. Unterschreiben Sie nichts, bleiben Sie nicht stehen und gehen Sie entschlossen weiter.
Falsche Polizisten. An Sehenswürdigkeiten geben sich Betrüger als Zivilpolizisten aus, behaupten, nach Falschgeld oder Drogen zu suchen, und wollen Ihre Geldbörse sehen oder Ihre PIN erfahren. Ein echter Polizist fragt nie nach Ihrer PIN. Verlangen Sie den Dienstausweis und rufen Sie im Zweifel die 110 an, um nachzufragen.
Checkpoint Charlie: Fotos gegen Geld und Souvenirs

Das Kontrollhäuschen am Checkpoint Charlie ist ein Nachbau: Das Original steht im AlliiertenMuseum. Jahrelang ließen sich dort als US-Soldaten verkleidete Darsteller für Fotos bezahlen, etwa 4 € pro Bild, und setzten Passanten unter Druck. Bietet Ihnen jemand in Uniform ein Foto gegen Geld an, sind Sie nicht verpflichtet zu zahlen. Die falschen Visastempel aus den Läden in der Nähe sind reine Souvenirs.
Taxis: offizieller Tarif und Ankunft am BER
Offizielle Taxis tragen ein „Taxi“-Schild auf dem Dach. Das Taxameter ist Pflicht, der Tarif wird vom Land Berlin festgelegt.
- In der Stadt: 4,30 € Grundpreis, dann 2,80 € pro Kilometer für die ersten 3 Kilometer, 2,60 € vom 3. bis 7. Kilometer und 2,10 € danach.
- Kurzstrecke: 6 € für höchstens 2 km, nur wenn Sie ein fahrendes Taxi auf der Straße heranwinken, und nur, wenn Sie sie gleich zu Beginn verlangen.
- Kartenzahlung ist ohne Aufpreis möglich.
- Bei Bestellung per Telefon oder App kann vor der Fahrt ein Festpreis angezeigt werden.
Nehmen Sie am Flughafen BER nur ein Taxi am offiziellen Taxistand vor dem Terminal und lehnen Sie Fahrer ab, die Sie in der Halle ansprechen. Für Fahrten ab BER gilt bei Berliner Taxis ein Sondertarif: 4,30 € Grundpreis, 2,60 € pro Kilometer bis 5 km, danach 2,00 €, zuzüglich 1,50 € für die Zufahrt zum Taxistand des Flughafens. Die Bahn ist für die Fahrt ins Zentrum dennoch schneller und günstiger: Alle Einzelheiten stehen in unserem Artikel zum Flughafen Berlin (BER).
Unterkunft: gefälschte Anzeigen und Registriernummer
Berlin regelt Kurzzeitvermietungen streng: Nach dem Zweckentfremdungsverbot braucht man seit 2014 eine Genehmigung des Bezirks, um eine ganze Wohnung an Touristen zu vermieten. Seit dem 1. August 2018 muss jede Anzeige eine von der Verwaltung vergebene Registriernummer zeigen. Gefälschte Anzeigen spielen mit der Knappheit: kopierte Fotos, niedrige Preise, ein Gastgeber „im Ausland“, der eine Überweisung verlangt.
- Zahlen Sie immer über die Plattform, nie per Direktüberweisung, Geldtransfer oder Geschenkkarte.
- Prüfen Sie, ob die Anzeige für eine ganze Wohnung eine Registriernummer zeigt.
- Ein Angebot weit unter den Preisen im Kiez sollte Sie misstrauisch machen.
Bei der Wahl von Viertel und Unterkunftsart hilft unser Ratgeber Wo übernachten in Berlin.
Nachts: Clubs, Berghain und Getränke
Berliner Clubs haben eine Türpolitik, und das Berghain ist dafür am bekanntesten: Abgewiesen zu werden ist häufig und nicht verhandelbar. Misstrauen Sie Personen, die Ihnen gegen Geld einen garantierten Einlass versprechen. In vielen Clubs, auch im Berghain, ist Fotografieren verboten, und die Handykamera wird am Eingang mit einem Aufkleber abgedeckt; wer ihn entfernt, kann hinausgeworfen werden.
- Nehmen Sie etwas Bargeld mit: Manche Clubs und Bars akzeptieren keine Karte, weder an der Garderobe noch an der Bar.
- Lassen Sie Ihr Getränk nie unbeaufsichtigt und lehnen Sie ein geöffnetes Getränk von Fremden ab.
- Wenn es Ihnen oder einer Begleitung nicht gut geht, wenden Sie sich an das Personal oder das Awareness-Team des Clubs.
Cannabis: was das Gesetz von 2024 erlaubt
Seit dem 1. April 2024 erlaubt das Konsumcannabisgesetz Erwachsenen ab 18 Jahren, im öffentlichen Raum 25 Gramm bei sich zu haben und Cannabis zu konsumieren. Coffeeshops oder legale Geschäfte gibt es in Deutschland dennoch nicht: Der Verkauf bleibt verboten, und Anbauvereinigungen sind Mitgliedern vorbehalten, die seit mindestens sechs Monaten in Deutschland wohnen. Touristen haben also keine legale Möglichkeit, Cannabis zu kaufen, und auf der Straße angebotenes Cannabis ist illegal und von unbekannter Qualität.
- Der Konsum in der Öffentlichkeit ist in der Nähe von Schulen, Kitas, Spielplätzen, Kinder- und Jugendeinrichtungen und öffentlichen Sportstätten verboten.
- Verboten ist er auch in Fußgängerzonen zwischen 7 und 20 Uhr sowie in Anwesenheit von Minderjährigen.
- In Berlin werden diese Verstöße mit Bußgeldern von mehreren hundert Euro geahndet.
- Andere Drogen bleiben illegal. Bei gesundheitlichen Problemen rufen Sie die 112 an.
Fahrräder und Radwege

In Berlin verlaufen viele Radwege auf dem Gehweg und sind von Fußgängern nur durch anderes Pflaster oder rote Farbe getrennt. Besucher laufen darauf, ohne es zu merken, und Radfahrer sind schnell unterwegs. Bleiben Sie auf dem Gehweg, schauen Sie, bevor Sie einen Radweg überqueren, und bleiben Sie nie für ein Foto darauf stehen.
Wenn Sie ein Fahrrad mieten, nutzen Sie die Radwege, fahren Sie rechts, nachts mit Licht und ohne Handy in der Hand. Schließen Sie den Rahmen immer mit einem stabilen Schloss an einem festen Gegenstand an: Fahrraddiebstahl ist häufig.
Notfälle, Anzeige und Fundsachen
Wählen Sie die 110 für die Polizei und die 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst; die 112 funktioniert auch mit einem ausländischen Handy. Für Fragen ohne Notfall erreichen Sie die Berliner Polizei unter 030 4664-4664, montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr. Eine Anzeige ist telefonisch nicht möglich: Erstatten Sie sie auf einem Polizeiabschnitt oder online über die Internetwache der Polizei Berlin. Lassen Sie eine gestohlene Bankkarte sofort sperren; bei Verlust des Reisepasses melden Sie dies der Polizei und wenden sich dann an Ihre Botschaft.
Für Gegenstände, die in U-Bahn, Tram oder Bus verloren gingen, ist das Fundbüro der BVG zuständig, Rudolfstraße 1-8, 10245 Berlin (U Warschauer Straße), das auch eine Online-Suche anbietet; Fundsachen werden dort sechs Wochen aufbewahrt. Für Verluste anderswo in der Stadt befindet sich das Zentrale Fundbüro am Platz der Luftbrücke 6, 12101 Berlin (U6 Platz der Luftbrücke).
Nachts fahren freitags und samstags die meisten U-Bahn-Linien durchgehend; an den übrigen Abenden übernehmen Nachtbusse.
Übersichtstabelle
| Risiko | Wo | Richtiger Reflex |
|---|---|---|
| Taschendiebe | Alexanderplatz, U2, U8, S-Bahn, Warschauer Straße | Verschlossene Innentasche, Tasche vor dem Körper |
| Nicht entwerteter Fahrschein | U-Bahn, S-Bahn, Tram, Bus | Papierfahrschein vor dem Einsteigen entwerten |
| Strafe im Nahverkehr | Im gesamten Netz | 60 €, Zahlung per Karte, nie bar |
| Falsche Kontrolleure, falsche Polizisten | Nahverkehr, Sehenswürdigkeiten | Dienstausweis verlangen, nie bar zahlen |
| Hütchenspiel | Alexanderplatz, Umgebung des Doms | Nicht mitspielen, die Menge verlassen |
| Falsche Unterschriftenlisten | Sehenswürdigkeiten | Nichts unterschreiben, nicht stehen bleiben |
| Fotos gegen Geld | Checkpoint Charlie | Keine Pflicht zu zahlen |
| Taxis | BER, Bahnhöfe, Straßen | Offizieller Taxistand, Taxameter, 4,30 € Grundpreis |
| Gefälschte Unterkünfte | Online-Anzeigen | Über die Plattform zahlen, Registriernummer |
| Cannabis in der Öffentlichkeit | Schulen, Spielplätze, Fußgängerzonen von 7 bis 20 Uhr | Verboten: Bußgeld |
| Notfall | Überall | Polizei 110, Rettungsdienst 112 |
Preise und Bußgelder Stand Oktober 2026.
Weiterführende Informationen
Wann Sie bar oder mit Karte zahlen und wie viel Trinkgeld üblich ist, erfahren Sie in unserem Ratgeber Bezahlen in Berlin. Für Ihre Wege bei Tag und Nacht lesen Sie unseren Ratgeber zu den Verkehrsmitteln in Berlin, und für die Anreise mit dem Flugzeug unseren Artikel zum Flughafen BER.







