Das Jüdische Museum Berlin in der Lindenstraße in Kreuzberg erzählt die Geschichte der Juden in Deutschland vom Mittelalter bis heute. Sie betreten es durch das barocke Kollegienhaus und gelangen dann unterirdisch in den mit Titanzink verkleideten Zickzack-Bau von Daniel Libeskind, der im Herbst 2001 eröffnet wurde und heute zu den bekanntesten Gebäuden der Stadt zählt. Die Dauerausstellung ist für alle kostenlos; nur die Wechselausstellungen im Altbau kosten Eintritt. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet; planen Sie drei Stunden für Architektur und Ausstellung ein.
Highlights

Der Libeskind-Bau
Der Entwurf „Between the Lines“, Sieger des Wettbewerbs von 1989, zeigt sich außen an den schlitzartigen Fenstern und innen an den „Voids“: fünf unbeheizte, kaum beleuchtete Betonschächte, die das Gebäude durchziehen und für die Leere stehen, die die Schoa hinterlassen hat.
Die drei Achsen
Im Untergeschoss kreuzen sich drei schräg verlaufende Gänge: Die Achse des Exils führt in den Garten des Exils, die Achse des Holocaust in den Holocaust-Turm, einen kahlen Betonturm, in den Licht nur durch einen schmalen Schlitz fällt, und die Achse der Kontinuität zur Treppe, die zur Ausstellung hinaufführt.

Der Garten des Exils
Neunundvierzig Betonstelen stehen in einem Quadrat von sieben mal sieben auf schräg geneigtem Boden, der Besucherinnen und Besucher aus dem Gleichgewicht bringt. Achtundvierzig sind mit Berliner Erde gefüllt, die mittlere mit Erde aus Jerusalem, und auf ihnen wachsen Ölweiden.
Schalechet (Gefallenes Laub)
Im Memory Void im Erdgeschoss bedeckt die Installation von Menashe Kadishman den Boden mit mehr als 10 000 aus Eisen geschnittenen Gesichtern mit offenem Mund, gewidmet den Opfern von Krieg und Gewalt.
Die Dauerausstellung
Am 23. August 2020 auf 3 500 m² eröffnet, erzählt sie mit Objekten, Dokumenten, Installationen und Zeitzeugnissen vom jüdischen Leben in Deutschland vom Mittelalter bis heute. Bis zum 22. November 2026 widmet sich die Wechselausstellung „Between the Lines“ Daniel Libeskind und dem Museum.
Infos pratiques
Tipps
Die Dauerausstellung ist kostenlos; Wechselausstellungen im Altbau kosten 10 €, ermäßigt 4 €, unter 18 Jahren frei (Preise Stand Oktober 2026). Buchen Sie vor dem Besuch online ein kostenloses Zeitfenster-Ticket: Das ist keine Pflicht, erspart Ihnen aber zu Stoßzeiten das Warten. Am Eingang gibt es eine Sicherheitskontrolle, und in die Schließfächer passt nur Handgepäck: Lassen Sie große Koffer im Hotel. Mit Kindern lohnt sich ANOHA, das Kindermuseum gegenüber, das Sie nur mit Buchung besuchen können. Am Samstag, 14. November 2026, und am 24. Dezember ist das Museum geschlossen. Verlängern Sie den Tag im [Stadtteil Kreuzberg](/fr/articles/kreuzberg-berlin) oder am [Checkpoint Charlie](/fr/attractions/checkpoint-charlie), etwa zehn Gehminuten entfernt.
Anfahrt
Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin. U-Bahn U1, U3 und U6, Bahnhof Hallesches Tor, oder U6, Bahnhof Kochstraße/Checkpoint Charlie, etwa 10 Gehminuten entfernt. Bus 248, Haltestelle Jüdisches Museum; Bus M29, Haltestelle Lindenstraße/Oranienstraße; Bus M41, Haltestelle Zossener Brücke.
Öffnungszeiten
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