Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen in der Genslerstraße 66 (13055 Berlin) befindet sich im ehemaligen zentralen Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit, der politischen Geheimpolizei der DDR. Das Gelände erkunden Sie bei einer Führung von etwa 90 Minuten, die ehemalige politische Häftlinge oder Historiker leiten; die Dauerausstellungen sind frei zugänglich. Täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet; eine Führung kostet 9 €. Die sowjetische Besatzungsmacht richtete hier im Mai 1945 das Speziallager Nr. 3 ein, das mehr als 16.000 Menschen durchliefen, danach ein Gefängnis im Keller einer früheren Großküche. Die Stasi übernahm das Gelände 1951 und hielt hier bis 1989 rund 11.000 Menschen fest, zunächst im Keller, dann in einem 1960 fertiggestellten Neubau. Das Gefängnis schloss am 3. Oktober 1990, dem Tag der Wiedervereinigung; seit 1994 arbeitet hier die Gedenkstätte.
Highlights

Die Führung mit einem Zeitzeugen
Das Herzstück des Besuchs: Nach einem Einführungsfilm führt Sie ein Guide etwa 90 Minuten durch die Gebäude. Ein Teil der Führungen wird von ehemaligen politischen Häftlingen geleitet, die von ihrer Verhaftung, ihrer Haft und den Verhören erzählen. Der persönliche Bericht verleiht dem Ort ein Gewicht, das Informationstafeln allein nicht vermitteln.

Der Neubau und seine Zellen
Ende der 1950er Jahre von Häftlingen errichtet und 1960 fertiggestellt, umfasst er auf drei Etagen über 100 Zellen, die meisten davon Einzelzellen, sowie einen Vernehmertrakt. Ab den 1960er Jahren ersetzte die Stasi hier die körperliche Gewalt durch psychische Folter: Isolation und monatelange Verhöre, um Geständnisse zu erzwingen. Zu den Häftlingen zählten der Journalist Karl Wilhelm Fricke, der Dissident Rudolf Bahro, der Schriftsteller Jürgen Fuchs und die Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley.

Das Gelände und der Sperrbezirk
Mauern, Wachtürme, Höfe und Garagen: Das Gefängnisgelände ist erhalten. Ringsum bildete ein ganzes Viertel einen für Zivilisten gesperrten Bezirk, in dem die Stasi auch ein geheimes Arbeitslager betrieb, das „Lager X“. Auf dem Gelände lag außerdem das zentrale Haftkrankenhaus der Stasi, in dem Häftlinge aus der ganzen DDR behandelt wurden.
Die Dauerausstellung
„Inhaftiert in Hohenschönhausen“ zeigt auf 700 m² die politische Verfolgung von 1945 bis 1989, mit seltenen Objekten, Dokumenten und Fotografien. Eine zweite Ausstellung, „In Zwangsgemeinschaft“, ist den weiblichen Häftlingen gewidmet, die für Instandhaltungsarbeiten im Gefängnis eingesetzt wurden. Beide Ausstellungen sind kostenlos und ohne Führung zugänglich, täglich von 10 bis 18 Uhr die erste und von 10 bis 16 Uhr die zweite.
Führungszeiten und Preise
Führungen auf Deutsch: von März bis Oktober täglich stündlich von 10 bis 16 Uhr; von November bis Februar werktags um 11, 13 und 15 Uhr, am Wochenende stündlich von 10 bis 16 Uhr. Auf Englisch: täglich um 10.40, 12.40 und 14.40 Uhr. Auf Russisch: am ersten Sonntag im Monat um 14.15 Uhr. Öffentliche Führungen auf Französisch gibt es nicht, Gruppen ab 7 Personen können jedoch eine Führung auf Französisch buchen (110 € pro Gruppe mit höchstens 25 Personen). Normalpreis 9 €, ermäßigt 5 €, Schülerinnen und Schüler 2,50 €.
Infos pratiques
Tipps
Buchen Sie Ihre Führung im Online-Ticketshop der Stiftung auf deren offizieller Website. Ohne Buchung können Sie die Ausstellungen trotzdem kostenlos besichtigen. Die Teilnahme wird ab 14 Jahren empfohlen. Nicht alle Gebäude sind vollständig barrierefrei. Preise Stand Oktober 2026.
Anfahrt
Genslerstraße 66, 13055 Berlin (Alt-Hohenschönhausen, Bezirk Lichtenberg). Tram M5 bis Freienwalder Straße oder Tram M6 und 16 bis Genslerstraße; Bus 256 bis Große-Leege-Straße/Freienwalder Straße. Die Gedenkstätte rät von der Anreise über den S-Bahnhof Hohenschönhausen ab. Kostenlose Parkplätze für Pkw und Busse in unmittelbarer Nähe. Cafeteria und Buchhandlung vor Ort.
Öffnungszeiten
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