Die DDR in Kürze: 1949–1990

Die DDR entstand 1949 in der sowjetischen Besatzungszone, mit Ost-Berlin als Hauptstadt. Eine einzige Partei, die SED, regierte das Land. Zwischen 1949 und 1961 flohen Millionen Menschen in den Westen, oft über Berlin. Am 13. August 1961 schloss die DDR die Grenze und baute die Mauer, die die Stadt bis zum 9. November 1989 teilte. Die Wiedervereinigung folgte am 3. Oktober 1990.

Für Reisende sind zwei Dinge wichtig: Die DDR war ein Kontrollstaat mit einem mächtigen Ministerium für Staatssicherheit (der Stasi), und ein Staat, der eine „sozialistische“ Hauptstadt bauen wollte, daher die sehr wiedererkennbare Architektur östlich des Zentrums.

Überwachung verstehen: Stasi und politische Gefängnisse

Das Büro von Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit, im ehemaligen Stasi-Hauptquartier

Das Stasi-Museum befindet sich im früheren Hauptquartier des Ministeriums in Lichtenberg: Man sieht das Büro von Minister Erich Mielke, Abhörgeräte und die Maschinerie der Massenüberwachung. Für die Repression steht die Gedenkstätte Hohenschönhausen, das frühere Stasi-Gefängnis; die Führungen werden oft von ehemaligen Häftlingen oder Fachleuten gehalten, was sie zu einem der eindrücklichsten Orte der Stadt macht. Zur Spionage im Kalten Krieg siehe auch das Spionagemuseum.

Die Mauer und ihre Spuren

Ein Mauerabschnitt an der Bernauer Straße

Die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße zeigt am besten, wie die Grenze eine Straße zerschnitt: ein erhaltener Mauerabschnitt, ein Wachturm und der Todesstreifen. Die East Side Gallery, ein langes, mit Wandbildern bedecktes Mauerstück, ist bunter und sehr gut besucht. In Mitte erinnert der Checkpoint Charlie an den alliierten Grenzübergang, und der Tränenpalast am Bahnhof Friedrichstraße erzählt von den Abschieden an der innerdeutschen Grenze. Unser Rundgang auf den Spuren der Berliner Mauer verbindet sie.

Die sozialistische Hauptstadt: Turm, Allee und Platz

Der Fernsehturm und der Alexanderplatz

Der 1969 eröffnete Fernsehturm sollte die Modernität des Sozialismus zeigen. Rundherum bewahrt der Alexanderplatz die Weltzeituhr und die Erinnerung an die Demonstration vom 4. November 1989. Weiter östlich reiht die Karl-Marx-Allee, die frühere Stalinallee, die „Arbeiterpaläste“ mit ihren Keramikfassaden aneinander. An der Spree hat das Humboldt Forum den Palast der Republik ersetzt, den Sitz des DDR-Parlaments, der nach seiner Schließung 1990 zwischen 2006 und 2008 abgerissen wurde. Im Südosten beherbergt der Treptower Park das 1949 eingeweihte sowjetische Ehrenmal.

Alltag: Museen und Ostalgie

Ein nachgebautes Wohnzimmer im DDR Museum

Das DDR Museum an der Spree ist ein Museum zum Anfassen: eine nachgebaute Wohnung, das Fahrerhaus eines Trabant, eine Küche, Kleidung. Es ist der beste Einstieg, um den gewöhnlichen Alltag zu verstehen. Der Trabant, ein in Zwickau gebautes Volksauto, blieb das Symbol des Landes; im Zentrum sieht man noch immer welche, oft zu Sightseeing-Autos umgebaut.

Das Männchen an der Fußgängerampel, das Ampelmännchen, wurde 1961 von Karl Peglau entworfen und wurde zu einem Wahrzeichen des Ostens: Man findet es als Magnet, Lampe und weitere Gegenstände in mehreren Läden im Zentrum, unter anderem in den Hackeschen Höfen. Das ist die „Ostalgie“, eine manchmal zwiespältige Nostalgie: für manche Berliner eine Erinnerung, für andere, die die Überwachung erlebt haben, ein heikles Thema.

Ein Tag auf den Spuren des Ostens

  1. Vormittag: DDR Museum (Öffnungszeiten auf der offiziellen Website prüfen), dann der Fernsehturm am Alexanderplatz.
  2. Früher Nachmittag: Mit der U5 zur Karl-Marx-Allee und bis zum Frankfurter Tor laufen.
  3. Spätnachmittag: Hohenschönhausen (Führung, vorab buchen) oder das Stasi-Museum, je nach Interesse.
  4. Am nächsten Tag: Bernauer Straße und East Side Gallery.

Praktische Informationen

Die meisten dieser Orte sind mit der U5 (Alexanderplatz, Karl-Marx-Allee, Lichtenberg) und den Straßenbahnlinien M4 und M5 erreichbar. Hohenschönhausen erreicht man mit der Straßenbahn und einem letzten Fußweg. Öffnungszeiten, Preise und Führungssprachen ändern sich: Prüfen Sie sie auf den Seiten. Unser Ratgeber zu Verkehr in Berlin erklärt die Tickets.

Weiterlesen

Für einen Überblick siehe den Ratgeber zu den 25 Höhepunkten Berlins und den Bezirk Friedrichshain, der an die Karl-Marx-Allee grenzt. Zum Gedenken an die Stadtgeschichte geht es weiter mit der Topographie des Terrors.