Das Stasimuseum in der Ruschestraße 103 (10365 Berlin, Bezirk Lichtenberg) befindet sich im Haus 1 der ehemaligen Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, der Stasi. Das 1960-1961 errichtete Gebäude beherbergte die Diensträume von Erich Mielke, Minister von 1957 bis zum Mauerfall 1989, die nahezu im Originalzustand erhalten sind. Auf drei Etagen erklärt die Dauerausstellung „Staatssicherheit in der SED-Diktatur“ Aufbau und Überwachungsmethoden der Stasi. Täglich geöffnet; Eintritt 12 €. Bis zu 7.000 hauptamtliche Mitarbeiter arbeiteten auf diesem weitläufigen Bürokomplex. Am 15. Januar 1990 besetzten Demonstranten die Zentrale, um die Vernichtung der Akten zu stoppen; schon im November 1990 zeigten Bürgerinnen und Bürger hier eine erste öffentliche Ausstellung. Heute ist das Museum ein Ort des „Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie“, der auf demselben Gelände das Stasi-Unterlagen-Archiv und mehrere kostenlose Ausstellungen vereint.
Highlights

Die Ministeretage
Im zweiten Stock sind Erich Mielkes Diensträume so erhalten, wie er sie verlassen hat: Holzvertäfelung, ein langer Konferenztisch, Sessel, Telefone, dazu die Büros seiner Sekretärinnen und eine kleine Küche. Das schlichte, funktionale Mobiliar der 1960er Jahre spiegelt den Geschmack des Ministers. Zu sehen ist auch der Kunstlederkoffer, in dem er vertrauliche Unterlagen aufbewahrte.

Die Überwachungsmethoden
Der dritte Stock zeigt, wie die Stasi die Bevölkerung überwachte: versteckte Mikrofone, in Alltagsgegenständen getarnte Kameras, Fototechnik, Bögen zur Personenkontrolle. Er erzählt auch von der Auflösung des Ministeriums 1989/90 und den Versuchen, die Akten zu vernichten.

Die Stasi-Zentrale
Haus 1 ist nur eines der zahlreichen Bürogebäude der ehemaligen Zentrale zwischen Ruschestraße und Normannenstraße. Der erste Stock des Museums zeichnet die Entstehung der Stasi nach der Gründung der DDR, ihre Entwicklung und die Anwerbung ihrer Mitarbeiter nach. Im Hof ist die Open-Air-Ausstellung „Revolution und Mauerfall“ rund um die Uhr zugänglich.
Das Stasi-Unterlagen-Archiv nebenan
In Haus 7 stellt die Ausstellung „Einblick ins Geheime“ des Bundesarchivs das Stasi-Unterlagen-Archiv mit Originalakten und interaktiven Medienstationen vor. Der Eintritt ist frei, montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und am Wochenende von 11 bis 18 Uhr. Das Besucherzentrum in Haus 22 verleiht kostenlose Audioguides für das Gelände.
Führungen und Audioguide
Öffentliche einstündige Führung montags bis samstags, um 13 Uhr auf Deutsch und um 15 Uhr auf Englisch, begrenzt auf 25 Personen, für 5 € zusätzlich zum Eintritt. Ein Audioguide in sieben Sprachen, darunter Französisch, kostet 2 €. Die Ausstellungstexte sind auf Deutsch und Englisch.
Infos pratiques
Tipps
Eintritt 12 €, ermäßigt 9 € (Studierende, Auszubildende, Arbeitsuchende, Schwerbeschädigte, Rentner), Kinder ab 13 Jahren 6 €; Tickets gibt es online auf der offiziellen Website. Für ausländische Gäste lohnt sich der Audioguide, da die Tafeln nur auf Deutsch und Englisch beschriftet sind. Das Museum ist vollständig barrierefrei, über den Mitarbeitereingang links vom Haupteingang (Aufzug, barrierefreies WC). Preise Stand Oktober 2026.
Anfahrt
Ruschestraße 103, Haus 1, 10365 Berlin (Lichtenberg). U-Bahn U5 bis Magdalenenstraße, etwa 300 m entfernt; oder Ring-S-Bahn bis Frankfurter Allee, dann etwa 10 Minuten zu Fuß. Vom Alexanderplatz rund 15 Minuten.
Öffnungszeiten
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