Orte, an denen Vorsicht geboten ist

Ein BVG-U-Bahn-Zug an der Oberbaumbrücke

Die Berliner Polizei weist „kriminalitätsbelastete Orte“ aus, an denen sie auch ohne konkreten Anlass kontrollieren darf. Diese Bereiche sind für Besucher nicht tabu, doch durchquert man sie besser aufmerksam, vor allem nach Einbruch der Dunkelheit:

  • Alexanderplatz: sehr belebt, mit zahlreichen Diebstählen (Taschen- und Ladendiebstahl), Körperverletzungen und Gruppengewalt; der Platz und sein Bahnhof zählen zu den am stärksten betroffenen Orten. Siehe die Seite zum Alexanderplatz.
  • Kottbusser Tor („Kotti“): Drogenhandel und Spannungen rund um den Bahnhof der U1/U8; gehen Sie durch, ohne stehen zu bleiben.
  • Görlitzer Park und Wrangelkiez: Drogenhandel, vor allem nach Einbruch der Dunkelheit; siehe die Seite zum Görlitzer Park.
  • Brücke an der Warschauer Straße: am Wochenende große Menschenmengen von Feiernden, mit gemeldeten Diebstählen und Schlägereien.
  • Hermannplatz und Hermannstraße in Neukölln: Trubel und Kleinkriminalität am Abend.

Anderswo sind die Ausgehviertel (Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Kreuzberg, Neukölln) bis spät belebt und problemlos zu Fuß zu durchqueren, wenn man auf belebten Straßen bleibt. Große Parks wie der Tiergarten meidet man nachts allein, wie in jeder Großstadt.

Nachts nach Hause: U-Bahn, Bus, Taxi

  • U-Bahn: In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag (und vor Feiertagen) fährt die BVG fast alle U-Bahn-Linien die ganze Nacht im 15-Minuten-Takt; die U4 und einige Außenabschnitte sind ausgenommen.
  • Nachtbusse: In den übrigen Nächten ersetzen Nachtbuslinien (N) die U-Bahn, und die Straßenbahnlinien M übernehmen einen Teil des Verkehrs.
  • Taxi und Fahrdienste: Taxis kann man anhalten oder per Telefon oder App bestellen; auch Fahrdienst-Apps wie Uber oder FreeNow funktionieren. Steigen Sie in ein als Taxi gekennzeichnetes oder das bestellte Fahrzeug.
  • Zu Fuß: entlang beleuchteter Hauptstraßen statt durch Abkürzungen über Parks oder Höfe.

Tickets und Tarifzonen finden Sie in unserem Ratgeber zum Nahverkehr in Berlin.

Gewohnheiten für den Abend

  • Getränke: Behalten Sie Ihr Glas im Blick und lassen Sie es nie unbeaufsichtigt. In vielen Berliner Bars kann, wer sich unwohl fühlt, diskret fragen: „Ist Luisa hier?“ – das ist das Codewort, das das Personal alarmiert.
  • Diebstahl: Handy und Geldbeutel in die Innentasche, die Tasche geschlossen vor dem Körper, vor allem in vollen Bars, Clubs und in der U-Bahn.
  • Alkohol und Straße: Trinken wird geduldet, doch Trunkenheit macht verwundbar; siehe Alkohol auf der Straße in Berlin.
  • Drogen: Kaufen Sie nichts auf der Straße; für Cannabis gelten strenge Regeln, die unser Ratgeber zu Cannabis in Berlin erklärt.
  • Clubs: Warteschlangen, Kontrollen am Eingang und Türregeln stehen in unserem Ratgeber Einlass in Berliner Clubs. Bei Belästigung wenden Sie sich an das Sicherheitspersonal des Lokals.

Alleinreisende Frauen und LGBT-Reisende

Berlin gilt als offene Stadt, und späte Abende sind für Frauen allein üblich. Es gelten dieselben Vorsichtsmaßnahmen wie anderswo: Nehmen Sie die Nacht-U-Bahn möglichst in einer Gruppe, wählen Sie spät ein Taxi statt eines langen Fußwegs und melden Sie Belästigung einem BVG-Mitarbeiter oder dem Barpersonal. Für LGBT-Reisende gilt die Stadt als einladend, doch vereinzelt kommt es vor Bars zu Übergriffen: Unser Ratgeber LGBT in Berlin nennt Adressen und nützliche Hinweise.

Wenn etwas passiert

  • 112: medizinischer Notfall oder Brand, kostenlos, in der gesamten Europäischen Union.
  • 110: Polizei, kostenlos.
  • Verlust oder Diebstahl von Papieren: bei der Polizei und bei Ihrer Botschaft oder Ihrem Konsulat melden; bewahren Sie eine Kopie Ihrer Papiere auf.
  • Verletzung oder Unwohlsein: siehe unseren Ratgeber Gesundheit und Notfälle in Berlin.

Übersichtstabelle

Situation Rat
Kotti, Görlitzer Park, Alexanderplatz, Brücke an der Warschauer Straße nachts Ohne Halt durchgehen, wachsam bleiben, spät nicht allein dort sein
Heimweg am Wochenende U-Bahn die ganze Nacht (15 Min.), sonst Nachtbus
Heimweg unter der Woche Nachtbus, M-Tram, Taxi
In Bar oder Club Glas im Blick, Tasche geschlossen, bei Bedarf „Ist Luisa hier?“
Notfall 112 (Rettung) oder 110 (Polizei)

Angaben Stand Oktober 2026 laut Websites der Berliner Polizei (berlin.de/polizei), der BVG (bvg.de) und des Landes Berlin.

Weiterführende Ratgeber

Zur Wahl des Ausgehziels siehe Berlin bei Nacht; für spät geöffnete Läden der Ratgeber zum Spätkauf in Berlin.